Mit Auftrag und Haltung: Feierliche Übergabe der Missio canonica und Beauftragung zur Schulseelsorge

26.02.2026

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes erhielten am 20. Februar 2026 sieben katholische Religionslehrkräfte die Missio canonica, die kirchliche Beauftragung zur Erteilung katholischen Religionsunterrichts. Bischof Dr. Gerhard Feige sprach ihnen damit das Vertrauen aus, ihren Dienst als katholische Religionslehrkräfte im Auftrag der Kirche auszuüben. Zudem wurde eine Kandidatin zur Schulseelsorge am Norbertusgymnasium in Magdeburg von ihm beauftragt.

In seiner Predigt stellte der Bischof die Notwendigkeit und Aufgabe einer authentischen Positionierung von Religionslehrkräften und Schulseelsorgenden heraus. Diese stünden „in der Tradition einer Kirche, die für eine Haltung einsteht, die jeden Menschen annimmt als von Gott geschaffen und deshalb mit einer unveräußerlichen Würde ausgestattet.“ Diese Haltung zeige sich darin, den Glauben zu bezeugen, ohne zu indoktrinieren, für Werte einzustehen, ohne andere zu beschämen. Sie bedeute auch, zu widersprechen, wenn Menschenwürde verletzt werde, und zuzuhören, wenn Menschen ringen, zweifeln und suchen.

Die Missio canonica sei dabei kein bloßer formaler Akt, sondern Zuspruch und Zumutung zugleich: Ausdruck des Vertrauens der Kirche und zugleich Auftrag, den eigenen Glauben sichtbar und verantwortungsvoll in einem schulischen und gesellschaftlichen Raum zu vertreten, der von Vielfalt, Leistungsdruck und weltanschaulichen Spannungen geprägt ist.

Beauftragung zur Schulseelsorge

Mit der Beauftragung zur Schulseelsorge wurde zugleich die Bedeutung seelsorglicher Begleitung im Lebensraum Schule hervorgehoben. Schule sei nicht nur Lern-, sondern auch Lebensort, an dem junge Menschen Unterstützung, Orientierung und Hoffnung benötigten. Schulseelsorge eröffne Räume, in denen Menschen gesehen und begleitet werden – jenseits von Leistungsanforderungen und Bewertungen.

Predigt von Bischof Feige

 

Fachtag zum christlichen Menschenbild

Am Vormittag kamen Religionslehrkräfte aus staatlichen und freien Schulen, Seiteneinsteigende an Schulen der Schulstiftung, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sowie Mitarbeitende der Kinder- und Jugendpastoral des Bistums zu einem Fachtag zusammen. Dieser widmete sich der Frage, welche Grundannahmen das christliche Menschenbild prägen und welche Konsequenzen sich daraus für pädagogisches und pastorales Handeln im schulischen Kontext ergeben.

Einen grundlegenden Impuls gab Prof. Dr. Holger Zaborowski von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt. Er eröffnete philosophische und theologische Perspektiven auf das christliche Verständnis vom Menschen und ordnete diese in gegenwärtige Herausforderungen ein.

In den anschließenden Workshops wurden die Themen praxisnah vertieft. Dabei ging es unter anderem um die interaktive Erschließung biblischer Texte, um Künstliche Intelligenz als Herausforderung für anthropologische Grundannahmen sowie um den Umgang mit Übergängen und Wandlungsprozessen im Leben junger Menschen – etwa darum, wie die Feier der Lebenswende biografische Übergänge im Jugendalter begleiten kann. Der Fachtag bot Raum für fachlichen Austausch und kollegiale Begegnung sowie für die gemeinsame Reflexion darüber, wie religiöse Bildung unter den Bedingungen heutiger Schule gelingen kann.


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