RKS-Fachtag am Elisabeth-Gymnasium zum Thema „Geschlechtliche Identität an Schulen“

30.09.2026

Vielfalt wahrnehmen, junge Menschen stärken und Schule als sicheren Ort gestalten: Beim Fachtag der Regionalkonferenz Katholische Schulen standen der achtsam-anerkennende Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sowie die Verantwortung katholischer Schulen im Mittelpunkt.

Wie können katholische Schulen junge Menschen in ihrer individuellen Entwicklung begleiten und ihnen unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität einen sicheren und wertschätzenden Raum bieten? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmenden des Fachtags „Geschlechtliche Identität an Schulen“, der am 17. September 2026 am Elisabeth-Gymnasium in Halle (Saale) stattfand.

Eingeladen hatte die Regionalkonferenz Katholische Schulen (RKS). Vertreterinnen und Vertreter katholischer Schulen aus den (Erz-)Bistümern Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt und Magdeburg kamen zusammen, um sich über pädagogische Herausforderungen, unterschiedliche Perspektiven und konkrete Handlungsmöglichkeiten für den schulischen Alltag auszutauschen. Auch die Edith-Stein-Schulstiftung ist Teil dieses überregionalen Netzwerks.
 

Geschaffen, erlöst und geliebt

Im Mittelpunkt des Fachtags stand das 2025 veröffentlichte Papier „Geschaffen, erlöst und geliebt“ der Deutschen Bischofskonferenz. Es beschäftigt sich mit der Vielfalt sexueller Identitäten in der Schule und formuliert schulpädagogische und schulpastorale Leitlinien für einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Thema.

Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie katholische Schulen ihrem christlichen Bildungsauftrag gerecht werden und zugleich die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten junger Menschen wahrnehmen und respektieren können.

In seiner Begrüßungsrede betonte Steffen Lipowski, Pädagogischer Vorstand der Edith-Stein-Schulstiftung, die besondere Verantwortung katholischer Schulen:

„Wir müssen vor allem verhindern, dass ein junger Mensch wegen seiner geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung Ausgrenzung, Spott, Mobbing oder Herabwürdigung erfährt.“

Diese Verantwortung berühre den Kern des christlichen Menschenbildes. Schule müsse ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche gesehen, ernst genommen und in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Dazu gehöre auch, Fragen und Unsicherheiten Raum zu geben, ohne vorschnelle Antworten vorzugeben.
 

Vielfalt im Schulalltag: Vom Austausch zum Handeln

Nach einem Fachvortrag über die Herausforderungen sexueller Vielfalt für schulisches Leitungshandeln und die Kommunikation innerhalb und außerhalb der Schule vertieften die Teilnehmenden das Thema in vier praxisorientierten Workshops.

Die Schwerpunkte reichten von den Lebensrealitäten queerer Kinder und Jugendlicher über die Begleitung von trans Schülerinnen und Schülern bis hin zu diversitätssensibler Unterrichtsgestaltung und Schulentwicklung. Auch der wertschätzende Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt in der Kommunikation mit Kindern, Eltern und innerhalb der Schulgemeinschaft wurde thematisiert.

Ziel war es, die pädagogischen und schulpastoralen Leitlinien zu konkretisieren und Handlungsempfehlungen für den Schulalltag zu entwickeln. Die Ergebnisse der Workshoparbeit wurden anschließend im Plenum vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

„Wissen – Haltung – Handlung“ fasst die zentralen Erkenntnisse und Impulse der Workshops treffend zusammen.
 

Vielfalt als Teil unseres Bildungsauftrags

Für die Edith-Stein-Schulstiftung ist die Auseinandersetzung mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt eng mit ihrem pädagogischen Selbstverständnis verbunden. Unsere Schulen sollen Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche ihre Persönlichkeit entfalten, Fragen stellen und ihren eigenen Weg finden können.

Grundlage dafür ist das christliche Menschenbild, das jedem Menschen eine unveräußerliche Würde zuspricht. Daraus erwächst die Verantwortung, unterschiedliche Lebenswirklichkeiten wahrzunehmen, respektvoll miteinander umzugehen und Ausgrenzung und Diskriminierung entgegenzutreten.

Der Fachtag bot wichtige Impulse, um diese Haltung im schulischen Alltag weiter mit Leben zu füllen. Denn katholische Bildung bedeutet nicht nur, Wissen zu vermitteln, sondern junge Menschen in ihrer gesamten Persönlichkeit wahrzunehmen, zu begleiten und zu stärken.
 


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